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Elektrohypersensitivität

Mit der flächendeckenden Einführung des Mobilfunks steigt die Zahl der Menschen, die Krankheitssymptome auf die Strahlungseinwirkungen von Mobilfunkmasten und Handys zurückführen. Die kanadischen Umweltmediziner Genuis/Lipp haben nun 2011 erstmals einen kompletten Forschungsüberblick zur Elektrohypersensibilität vorgelegt.

Diagnose
Für die Diagnose von EHS ist eine ausführliche Anamnese wichtig. Die EUROPAEM-Leitlinie 2016 empfiehlt, alle auftretenden Symptome sowie Zeitpunkt und Ort ihres Auftretens im Kontext von EMF-Expositionen zu erfassen. Die EMF-Exposition wird in der Regel durch Messungen zu Hause und am Arbeitsplatz festgestellt. Auch die individuelle Empfindlichkeit des Patienten gegenüber EMF muss bei der Diagnosestellung berücksichtigt werden.

Es kann zu folgenden Anzeichen kommen:

  • Kopfschmerzen
  • Erschöpfung
  • Energiemangel
  • Müdigkeit
  • Schlafprobleme
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • grippeähnliche Symptome

Derzeit gibt es keine gesicherte wissenschaftliche Beweislage, die EHS-Symptome mit der Einwirkung elektromagnetischer Felder in Verbindung bringt. Der Nachweis ist methodisch äußerst schwierig.

Therapie
Je nach Definition sind auch die Therapieansätze unterschiedlich:

  • Sieht man EHS nicht als eine durch EMF ausgelöste Krankheit, so zielt die Therapie auf eine Behandlung der Symptomatik und des klinischen Bildes ab.
  • Laut EUROPAEM-Leitlinie sollten grundsätzlich alle Quellen hoher EMF-Exposition, egal ob zu Hause oder am Arbeitsplatz, reduziert oder entfernt werden, um dem Körper „Ruhepausen“ zu gönnen und zu genesen. Dadurch werden die EHS-Symptome reduziert oder verschwinden ganz.
  • EMF als Krankheitsauslöser: Laut EUROPAEM-Leitlinie gibt es eindeutige Hinweise auf Wechselwirkungen zwischen Beschwerden und der Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern. Allerdings wird die individuelle Empfindlichkeit gegenüber Umwelteinflüssen häufig nicht beachtet. Langzeitexpositionen gegenüber bestimmten elektromagnetischen Feldern stellen demnach einen Risikofaktor für bestimmte Krankheiten, wie z.B. verschiedene Arten von Krebs, Alzheimer und männliche Unfruchtbarkeit, dar. EHS wird außerdem immer häufiger von Gesundheitsbehörden, Politikern und Gerichten anerkannt.
  • Laut einer Arbeitsgruppe der WHO ist Elektrohypersensibilität kein medizinisches Krankheitsbild, sondern eine Erscheinung, die nicht durch Mobilfunkstrahlung, sondern durch die unbegründete Angst davor zu Symptomen führen kann.
  • Die Europäische Akademie für Umweltmedizin (EUROPAEM) klassifiziert EHS dagegen als chronische Multisystemerkrankung in Zusammenhang mit Umwelteinflüssen, vergleichbar mit Multipler Chemikalien-Sensitivität (MCS).

Auch wenn die Ursachen unterschiedlich bewertet werden, so sind sich doch beide Institutionen darüber einig, dass die Symptome von EHS real sind und eine massive Einschränkung für die Betroffenen bedeuten, die oftmals zur Arbeitsunfähigkeit führt.

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